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Wednesday, May 5, 2021

Warum Resilienz jetzt noch wichtiger ist.

Resilienz ist ein modernes Wort geworden. Aber was genau bedeutet Resilienz? Wie sieht es aus, wenn jemand widerstandsfähig ist? Wie fühlt es sich an?

Manchmal scheint es, als ob manche Menschen Leid ertragen, Verluste erleben und nichts scheint sie aus den Bahn zu werfen. Andere hingegen suchen sich Erlösung in einer Sucht oder erleiden eine Depression, eine Angsterkrankung oder eine PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung). 

Resilienz war schon immer ein wichtiger Teil meiner Beratung, jedoch merke ich gerade, wie sehr es jetzt in unserem gefühlten Langzeit-Lockdown einfach noch wichtiger geworden ist. Wenn ich mit Klienten die „Resilienz“ Arbeit mache, frage ich meistens, was sie sich unter dem Wort überhaupt vorstellen. Ich habe schon die verschiedensten Definitionen gehört und somit gemerkt, was für eine Vielfalt an Verständnis dieses Wort hat.
Jedoch haben die meisten eine Vorstellung von „unkaputtmachbar“ vor Augen, wenn sie an Widerstandsfähigkeit denken. Das ist ein leichtes Missverständnis, denn Resilienz ist kein Schutz-schild, das einen von Schlägen beschützt, sondern es ist ein Bewertungsstil. Es hat mit der persönlichen Einstellung und Perspektive zu tun und obwohl es einen genetischen Faktor für Resilienz gibt, lässt sich dies sehr gut erlernen. 

In einem Artikel aus der Psychologie Heute (2015) erläutert Forscher Raffael Kalisch, Neuro­wissenschafter in der Resilienzforschung, dass Resilienz kein Schutzpanzer ist, sondern eine Art der Aktivität.
Resilient sind diejenigen, denen es gelingt in allem Übel noch das Positive oder Gute zu sehen. Deren neuronales Belohnungssystem trotz stressigen oder belastenden Umständen Aktivität aufweist. Diese Menschen machen sich keine Illusionen oder verdrängen die Umstände, sondern sie neigen bei Un­gewissheit dazu, einen positiven Verlauf der Dinge anzunehmen und glauben an ihre Selbst­wirksamkeit. 

Dies ist in der klinischen Psychologie ein großes Thema, ohne Selbstwirksamkeit, also selbst etwas an seiner Situation bewirken zu können, sind die wenigsten Therapieversuche erfolgreich. Da der Betroffene erfahren und verstehen muss, dass er sein eigenes Leben in der Hand hat und somit zu seiner körperlich-geistigen Gesundheit aktiv dazu beiträgt. Weiterhin erklärt Kalisch, dass die Resilienzforschung eine Reduktion der Erkrankungszahlen zeigt und mehr Selbstentfaltung ermöglicht, da eine gesunde Resilienz unnötige Ängste nimmt und die Produktivität steigert.

Was haben die, was ich nicht habe?

Resiliente Menschen erachten ihr Leben als sinnvoll. Sie wissen, dass sich die Dinge verändern können, wenn man handelt. Sie verfügen über stabile soziale Kontakte und haben ein realistisches und gesundes Selbstbild, das ihnen hilft, Lebensziele besser einzuschätzen und Wege zu gehen, diese zu erreichen. Ein guter Zugang zu seinen eigenen Gefühlen, Zuversicht und Hoffnung machen einen Menschen resilient.

Hier ein Beispiel für eine kognitive Umstrukturierung:

Gedanke: Alles ist so furchtbar, es gibt keinen Ausweg.

Resilienter Gedanke: Jetzt ist es schwer, aber es wird bald wieder besser.

Die 7 Säulen der Resilienz

1. Optimismus … ist die Fähigkeit, hoffnungsfroh und positiv in die Zukunft zu blicken und an einen guten Verlauf der Dinge zu glauben.

2. Akzeptanz … bedeutet, Situationen, die nicht mehr zu ändern sind, anzunehmen und die Vergangenheit vergangen sein lassen.

3. Lösungsorientierung … bedeutet, nachdem man die Situation angenommen und hinter sich gelassen hat, nach vorne zu schauen und nach Lösungen zu suchen.

4. Opferrolle verlassen … bedeutet, die Passivität aufzugeben und aktiv in der jeweiligen Situation zu werden. Dafür ist es manchmal notwendig, die eigene Einstellungen zu verändern, die eigene Person zu reflektieren sowie handlungsorientiert zu werden.

5. Verantwortung Übernehmen … heißt Initiative zu zeigen und sich aktiv für die Erreichung der eigenen Ziele einzusetzen.

6. Netzwerk aufbauen … bedeutet die Fähigkeit, ein Netzwerk, also ein System von menschlichen Beziehungen zu knüpfen und zu nutzen.

7. Zukunft planen … bezeichnet die Umsicht, sich auf die Zukunft aktiv und bewusst vorzubereiten.

(Quelle: Instahelp)

Und hier noch 3 Reflektionsfragen für mehr Optimismus in Deinem Leben:

Wofür bin ich dankbar in meinem Leben?

Worüber bin ich momentan glücklich?

Was waren die drei guten Dinge des heutigen Tages?