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16.12.2020

Welcher Archetyp bist Du?

„Der zentrale Begriff der menschlichen Psyche ist das Selbst. Dieses Selbst ist die Ganzheit der menschlichen Psyche und umfasst bewusste und unbewusste Persönlichkeitsteile und strebt eine Harmonisierung der Psyche an.“ W.Stangl, 2020 

Hast Du Dich schon mal gefragt, warum manche Menschen Angst vor der Dunkelheit haben oder eine Phobie vor Spinnen?
Warum zucken wir zusammen, wenn wir ein Knacksen im Wald hören?
Woher wissen Frauen beim erstgeborenen Baby, was zu tun ist?
Warum träumen manche Menschen häufig vom Rennen, Schwimmen oder Fliegen?
Woher kommt dieses Gefühl, hier „stimmt etwas nicht“ oder das Gegenteil, „das fühl sich stimmig an“?

All das hat mit dem kollektiven Unterbewusstsein und den Archetypen zu tun.
Dieser Begriff wurde vom Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung in den 1930er Jahren beschrieben und war Schwerpunkt seiner Analytischen Psychotherapeutischen Arbeit.
Das Kollektive Unterbewusstsein beinhaltet Archetypen. Diese sind universelle Urbilder in unserem Geist, die mit bestimmten Emotionen, Eigenschaften oder Zielen assoziiert werden.

Stelle Dir das Meer vor, die Größe und tiefe dieses Meeres. Jetzt, stelle Dir eine Welle vor, und auf dieser Welle bildet sich Schaum, als sie an das Ufer bricht. Der Schaum bist Du (dein Bewusstsein), die Welle ist Dein persönliches Unterbewusstsein und das Meer ist das Kollektive Bewusstsein.
Als Du auf die Welt gekommen bist, wurde Dir das Meer mitgegeben!
Die Sichtweise von Carl G. Jung sprach gegen die von seinem Kollegen Sigmund Freund, denn er sagte, wir kommen nicht als Tabula Rasa auf die Welt, sondern sind sehr wohl schon vorgeprägt. Deine Gedanken, deine Emotionen und auch dein  Verhalten sind durch diese Faktoren von Anfang an beeinflusst.
Auf wissenschaftlicher Seite kann man es am folgenden Beispiel besser verstehen: das ungeborene Kind wird in der Schwangerschaft von der Mutter schon geprägt. Durch die Ernährung, Gefühle, Stress, und Ereignisse, die Hormon-Signale an den Fötus weiterleiten. Also, haben wir nicht nur das Erbgut von den Eltern, sondern auch die physischen Aspekte aus dem äußerlichen Umfeld.
Dazu kommt das Feinstoffliche, das Seelische, und das ist mit dem Persönlichem im Kollektivem Unterbewusstsein gemeint. So bildet sich gemeinsam eine Prägung, die vor der Geburt das Kind schon zu einem ganz besonderen Individuum machen. 

Die Archetypen, bzw. das Kollektive Unterbewusstsein stehen für die Seelische Seite, für die Persönlichkeit und Symbolik der Kultur und Geschichte eines Menschen. Es prägt die genetische Grundlage der Persönlichkeitsstruktur.
Joseph Campbell’s Heldenreise, Tarot, Mandalas, Astrologie, Buddhistisches Rad des Lebens, Religion, Mythen und vieles mehr beschreiben, handeln oder verwenden diese Archetypen um einen Prozess zu erklären, die Evolution des Menschen und der Menschlichen Psyche. Es beinhaltet die Totalität und die Vereinigung der Gegensätze in denen unsere Persönlichkeit eingebettet ist.
Die Psyche ist nicht ausschließlich die Summe deiner Erfahrungen ab dem Zeitpunkt deiner Geburt, die Emotionen die Du fühlst sind nicht ausschließlich eine Konsequenz deiner Gedanken, sondern auch deiner Wahrnehmung vom Kollektiven.
Hochsensiblen Menschen z.B. fällt es schwer ihre eigenen Gefühle von denen im außen zu unterscheiden.
Nehmen wir das Beispiel der Pandemie. Seit fast einem Jahr ist dieses Thema präsent in unserem Leben, und es produziert bestimmte Gefühle, vor allem produziert es Angst und Unsicherheit. Es herrscht eine Kollektive Angst, die wir alle in gewissem Maße wahrnehmen. Sie kommt aus diesem „Meer“ - von evolutionärer Erwerbung, Erinnerungen und Menschenerfahrungen. Erst wenn wir erkannt haben, das das, was wir manchmal fühlen, gar nicht uns gehört, finden wir wieder zurück in unsere Kraft und können dadurch das Kollektive Bewusstsein beeinflussen. 

Archetypen im ganzheitlichen Ansatz

Im ganzheitlichen Ansatz der Therapie will man den Menschen als ganzes System verstehen und legt sehr viel Wert auf die besonderen Eigenschaften jedes Einzelnen, um Themen, Schwierigkeiten oder auch Beschwerden auf den Grund zu gehen. Wenn man seinen Archetypen kennt (kann sich im Laufe des Lebens ändern das es ein Kreislauf darstellt) kann man sich psychische Strukturen und kognitive Kategorien, die unsere Sicht auf die Welt beeinflussen, genauer anschauen. Das kann in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung oder der seelischen Entwicklung sehr wertvoll sein.

Welche Archetypen gibt es?

Die 12 Archetypen sind:

  1. Der Held: stark, mutig, hilfsbereit, kämpft für das Gute.
  2. Der Liebende: leidenschaftlich, verführerisch, vermittelt Geborgenheit
  3. Der Unschuldige: spontan, optimistisch, verlässlich, moralisch
  4. Der Zauberer: visionär, kreativ, idealistisch, lässt Träume wahr werden
  5. Der Rebell: bricht Regeln, widersetzt sich dem Mainstream, schockiert
  6. Der Narr: humorvoll, unterhaltsam, sympathisch
  7. Der Herrscher: dominant, kontrolliert, verantwortungsvoll
  8. Der Betreuer: fürsorglich, selbstlos, hilfsbereit, mitfühlend
  9. Der Entdecker: abenteuerlustig, unabhängig, individualistisch
  10. Der Jedermann: bodenständig, traditionell, einfach, bescheiden
  11. Der Schöpfer: kreativ, erfinderisch, proaktiv, will etwas erschaffen
  12. Der Weise: nachdenklich, analytisch, vertrauenswürdig, intelligent

Welcher Archetyp bin ich?

Ich habe Dir die Psychologist World Website verlinkt. Dort gibt es ein Online-Test bei dem Du deinen eigenen Archetypen herausfinden kannst (englisch). 

  Zum Online-Test (englisch)

Für eine kürzere deutsche Version schau mal hier vorbei: